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Was Kunst ist, wissen Sie ebendsogut wie ich, es ist nichts weiter als Rhythmus. Wenn das aber wahr ist, so beschwer ich mich nicht mit
Imitation oder mit Seele, sondern gebe schlicht und einfach Rhythmus mit jedem beliebigen Material, Straßenbahnfahrscheinen, Ölfarbe,
Holzklötze, ja, da staunen Sie Bauklötze, oder mit dem Wort in der Dichtung, dem Ton in der Musik, oder wie Sie wollen. Darum sehen Sie
sich nicht das Material an, denn das ist unwesentlich. Suchen Sie nicht versteckt irgendeine Imitation von Natur, fragen Sie nicht nach
Seelenstimmungen, sondern suchen Sie trotz des ungewöhnlichen Materials, den Rhythmus in Form und Farbe zu erkennen. Mit Bolschewismus
hat das ebendsowenig zu tun wie der moderne Bubikopf.
...das heißt, jedes Kunstwerk aller Zeiten mußte diese primäre Forderung erfüllen, Rhythmus zu sein, sonst war es nicht Kunst...

das aus seinen Gegebenheiten so selbstverständlich wächst, wie ein Baum, das Tier, der Kristall. Kunst ist nie Nachahmung der Natur,
sondern Kunst ist selbst Natur. Kunst ist stets Schaffen, kann also nie Nachahmung sein, besonderns nicht Nachahmung Kunst eines anderen;
die so beliebte Imitation. Damit ist nicht gesagt, daß ein Kunstwerk prinzipiell nichts darstellen dürfe. Wenn die Erfordernisse
des künstlerischen Rhythmus gewahrt sind, so ist eine Darstellung, die etwa dem Verständnis für die Formgebung den Weg weist,
wohl erlaubt...
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